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Jason Kahn - Plurabelle

Eine wunderschöne, extrem konzentrierte Arbeit, die mich beim Wiederhören immer noch begeistert. Ich finde man hört sehr gut, dass er mit live-gesampleten Klängen seines Drum-Kits arbeitet und nicht wie ich einfach mit gesampleten Klängen: jede zusätzliche Schicht ist absolut bewusst gesetzt und es gibt kein Suchen oder Ausprobieren (wenn die Musik nicht so perfekt wäre, würde ich aber wohl gerade dies vermissen...)

Repeat - Select Dialect

Eine Zusammenarbeit von Jason Kahn mit Toshimaru Nakamura. Für diese Musik gilt auch, was ich bereits über "Plurabelle" geschrieben habe. Für mich ausserdem eine der überzeugendsten Kollaborationen im elektronischen Bereich.

Eliane Radigue - Adnos I-III

George Russell - Electronic Sonata for Souls loved by Nature (Version von 1980)

Karlheinz Stockhausen - Kontakte

Vittorio Gelmetti - Musiche Elettroniche

Meine vier "historischen-Top-Three" der elektronischen Musik im weiteren Sinne:
Eliane Radigue ist für mich so etwas wie eine Johann Sebastian Bach der elektronischen Musik: in jeder Hinsicht perfekt, klanglich wunderschön, kosmisch, ewig. Punkt.
Auf die "Electronic Sonata" bin ich durch das wunderbarea Buch "More brilliant than the Sun" von Kodwo Eshun aufmerksam geworden: die Musik ist für mich so etwas wie der Inbegriff heterogener, einfallsreicher, immer wieder überraschender Sonic Fiction, also einer Musik die sehr stark die Einbildungskraft anregt. Der Anfangsteil ist ausserdem etwas vom Groovendsten was ich kenne (gerade der gefällt mir auf dieser späteren CD besser). Verkörperte Vielfalt.
Zu "Kontakte" von Stockhausen gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen: ein Klassiker.
Für mich aber mindestens so faszinierend ist die auf dem italienischen Label Nepless erschienene CD von Gelmetti: Ur-Noise der besten, konzentriertesten, verrücktesten Art. Ich war beim ersten Hören so begeistert, dass ich eine völlig euphorische Besprechung schreiben musste (siehe Zeitungsartikel), die aber auch ins Detail geht. Die ersten beiden Stücke klingen wie Vorgänger der Musik, die ich ganz zuerst gemacht habe. Ganz nebenbei die schönste CD-Verpackung, die ich kenne.

Ticklish - Ticklish

Die beste CD einer elektronischen Band die ich kenne, alles ist sehr fliessend und abwechslungsreich, trotzdem extrem konzentriert. Ich hätte es sehr spannend gefunden, wenn diese CD auf einem Label wie Mille Plateaux veröffentlicht worden wäre: m.E. hätte diese Musik dort sehr viel mehr zu sagen als auf dem natürlich sehr guten Label Grob, also in einem Impro-Kontext. Für mich verkörpert sie aber auch eine Art ideales Zusammenspiel für einen solchen Kontext.

Jan Jelinek - loop-finding-jazz-records

Meine Lieblings-Hintergrundmusik. Ich kenne nichts, was einerseits so warm und umhüllend ist und andererseits so federleicht rhythmisiert: voller Groove und doch fast ohne Rhythmus, fast eher eine Art Flimmern oder wie die leicht unregelmässigen Bewegungen alter Super8-Filme, die sich über alle Inhalte stülpen. Ich höre die CD gerade jetzt mit Lea zusammen an, während es draussen schneit und die Geräusche ihrer Spielzeuge mischen sich nahtlos in die federnd rhythmisierenden Clicks&Cuts.

Radian - Rec.Extern

Eine sehr faszinierende Musik und für mich vielleicht die Entdeckung des Jahres 03 (habe sie erst dann gekauft): hyperpräzise, zersplittert, auf ganz eigene Weise akustische Instrumente mit Elektroakustik vermischend. In "how they do it" von Felix Klopotek finden sich (leider nur) ein paar Andeutungen zu den dahinterstehenden Konzepten, die aber sehr spannend tönen.